Wenn Schlafmangel zur Belastungsprobe wird

Worüber kaum gesprochen wird: Wenn langfristiger Schlafmangel, ständiges Nachlaufen und Grenzen aufzeigen oder ähnliches Eltern an die Grenze der Belastbarkeit bringt.

„Gut gemeinte“ Ratschläge, langwierige Recherchen und die leidvolle Erfahrung, dass nichts davon beim eigenen Kind hilft, führen nicht selten dazu dass man als Elternteil innerlich aufgibt und nur noch „funktioniert“.

Die möglichen Folgen:

  • Du verlierst die Freude und rutscht im Alltag immer tiefer in Resignation und Überforderung. Dein Kind spürt das. Je schlechter es dir geht, desto schlechter geht es auch deinem Kind und desto schwieriger wird sein Verhalten. Schon als Baby haben wir ein feines Sensorium für die Gefühle unserer Eltern und nehmen nicht nur über Stimme, sondern beispielsweise auch über Herzschlag und Atmung wahr, ob unsere Eltern entspannt oder angespannt sind.
  • Übermüdung und psychische Belastungen machen anfällig für Fehler und führen häufig zu Unfällen (Schnittwunden, Stürze etc.). Wusstest du, dass die meisten Unfälle im Haushalt passieren? (Quelle: KFV Unfallbilanz 2017)
  • Deine Beziehung leidet darunter. Nicht aus Zufall lassen sich die meisten Paare scheiden, wenn die Kinder unter 6 Jahre alt sind! (Quelle: Österreichisches Institut für Familienforschung, Familie in Zahlen 2017)
  • Du riskierst damit langfristig deine Gesundheit. Ich habe im Laufe meiner Tätigkeit als Beraterin und Vortragende schon unzählige, ausgebrannte Frauen kennen gelernt, für die der Weg zurück zur Gesundheit ein langer war. Lass es nicht soweit kommen! Achte auf dein Wohlbefinden! Dir zuliebe und auch weil du nur für dein Kind/ deine Kinder sorgen kannst, wenn es dir selbst gut geht.

Du denkst jetzt vielleicht: Alles gut und schön, aber was soll ich jetzt machen?

Die schlechte Nachricht vorweg: Es gibt keine einfache Lösung. Doch die folgenden Schritte können dir helfen, erste Schritte in die richtige Richtung zu gehen.

  1. Gestehe dir ein, dass du Unterstützung brauchst: Niemand ist perfekt und du musst es auch nicht sein! Höre nicht auf diejenigen, die so tun als ob sie zu jeder Zeit alles im Griff hätten. Das ist meist bloß „schöner Schein“, eine Fassade, die bei genauem Anblick rasch zu bröckeln beginnt. Höhen und Tiefen sind normal!
  2. Überlege, was dir wirklich gut tut und was du aktuell am dringendsten brauchst.
  3. Finde eine Lösung, wie du es umsetzen kannst. (z.B. indem du stundenweise jemanden für die Kinderbetreuung organisierst und dich währenddessen ausruhst)
  4. Tu es! Warte nicht, bis du gar nicht mehr kannst. Tu es jetzt! Wenn du dich nicht um dein Wohlbefinden sorgst, wird er auch niemand anders tun!

Ich freue mich über Fragen, Anregungen und Feedback – hier als Kommentar oder per E-Mail.

Ich wünsch dir viel Kraft, um die Phase der „schlaflosen“ bzw. „schlafreduzierten“ Nächte gut hinter dich zu bringen!

Alles Liebe,

Irene Maria Walter

PS: Auch das geht vorbei! Wenn dein Kind größer ist, wirst du diese kräftezehrende Zeit vergessen und dich jeden Tag aufs Neue über seine Entwicklung freuen. 🙂

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