Konfliktmanagement

Ein Familienleben ohne Konflikte gibt es vermutlich nur im Bilderbuch. Meinungsverschiedenheiten und Diskussionen gehören nun mal zum Familienalltag. Wie können wir es schaffen, dass der Umgang miteinander konstruktiv bleibt und Situationen nicht eskalieren?

Hier ein paar Tipps:

  • Angemessen (re)agieren: Wenn du gerade voller Emotion (Wut, Ärger,…) bist, atme ein paar Mal tief durch, wechsle eventuell dabei den Raum und nutze diesen zeitlichen und räumlichen Abstand, um auch Abstand zur Situation zu gewinnen. Vielleicht kannst du dadurch gelassener oder wertschätzender reagieren und andere Worte finden.
  • Wenn dein Kind oder dein/e Partner/in etwas getan hat, was dich wütend macht oder nervt: Frage dich, ob er/sie es wirklich absichtlich gemacht hat? Ganz häufig passiert etwas aus Versehen oder Unachtsamkeit und nicht mut- oder böswillig. Wir alle machen Fehler! Es ist nicht nötig aus der Haut zu fahren, nur weil einem deiner Lieben mal was passiert.
  • Anderssein als Bereicherung empfinden! Erinnere dich an die Kennenlernphase deines Partners bzw. deiner Partnerin: Bei vielen Paaren waren es gerade die Unterschiede, die für die anfängliche Anziehungskraft und Verliebtheit sorgten. Und dann irgendwann nach ein paar Jahren kommt ein nicht kleiner Anteil an Paaren zu dem Schluss: „Die Unterschiede sind doof. Warum kann er/sie nicht so denken und handeln wie ich?!“ Und sie übersehen dabei völlig, dass genau die Verschiedenheiten ein entscheidender Grund für die Partnerwahl waren. Also gib dir einen Ruck: Weg vom „Einheitsbrei“! Es ist nach wie vor gut, wenn jede/r in einer Beziehung er/sie selbst sein darf und man den/die anderen sein lassen kann wie er/sie ist. Wie wäre die Welt, wenn wir alle gleich denken und handeln würden?! Wohl kaum erstrebenswert und auch fernab von Innovation und Kreativität. Nur so als kleine Warnung: eine gesellschaftliche „Gleichschaltung“ von Verhalten gab es stets nur unter autoritären oder totalitären Regimes, wie wir sie hoffentlich (allein schon aus der Geschichte unseres Landes heraus) nie wieder erleben wollen!
  • Das große Ganze im Blick behalten: Lohnt es sich wirklich wegen Kleinigkeiten, wie nicht weggeräumtes Geschirr, einen Streit zu beginnen? Geht es nicht einfacher, indem wir sagen: „Liebe/r [Name], bitte räum das Geschirr beim nächsten Mal wieder selbst weg. Wir wohnen alle hier und können unseren Beitrag leisten.“

Prävention: Was kann uns dabei unterstützen, dass es seltener zu Konflikten kommt?

  • Regelmäßig miteinander im Gespräch bleiben darüber, wie es uns und den anderen Familienmitgliedern geht.
  • Regelmäßig Zeitfenster für Qualitätszeit (Paarzeit und Familienzeit) einplanen und auch tatsächlich nutzen.
  • Nette Gesten kosten nichts, aber bringen viel! Was viele Führungskräfte schon aus dem Modell „Positive Leadership“ wissen, ist auch auf private Beziehungen übertragbar. Zeichen der Wertschätzung, wie Komplimente, eine Umarmung, ein Kuss, (ungefragte und unerwartete) Hilfsbereitschaft wie beispielsweise Vorbereitung des Frühstücks o.ä. sind Balsam für jede Beziehung.

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